Portfreigaben auf der FRITZ!Box einrichten

Portfreigaben braucht Ihr, um aus dem Internet über den Router auf einen Rechner im Heimnetz zuzugreifen – eine wichtige und nützliche Angelegenheit!

Ihr wollt auf einen Webserver auf Eurem NAS zugreifen? Oder auf eine Kodi-Installation? Dann braucht Ihr eine Portfreigabe. Ports sind ein wenig wie Hausnummern: In der Analogie ist die URL, etwa www.example.com, die Straße und die Hausnummer wird einfach hingen angehängt, beispielsweise www.example.com:80. So könnt Ihr einen Service (=Anwohner) auf einem Server (=Straße) ansprechen. Das tut Ihr übrrigens immer, wenn Ihr zum Beispiel www.tutonaut.de oder sonst eine Seite aufruft – das :80 ist nämlich der Port für HTTP, also für Webseiten. Und dieser Standardport wird auch ohne explizite Angabe verwendet.

Ports

Andere Dienste haben andere Ports, HTTPS beispielsweise Port 443 und SMTP-Mails laufen meist über Port 25. Relevant ist das, wenn auf einem Server mehrere Dienste laufen. Angenommen auf example.com würden ein Web- und ein Email-Server laufen, würdet Ihr die beiden Dienste über example.com:443und example.com:25 ansprechen.

Wenn nun eine Anfrage von außen, über das Internet, auf einen Server-Dienst in Eurem Heimnetz geleitet werden soll, müsst Ihr diesen Port freigeben/weiterleiten – denn standardmäßig landen diese Anfragen natürlich alle bei Eurem Router. Ein Beispiel: Eure externe IP ist 44.55.66.77und der Server im LAN ist 192.168.178.111, etwa ein NAS, das auf Port 8080 lauscht. Nun könnt Ihr von außen freilich nicht die interne LAN-Adresse eingeben, sondern müsst die externe IP verwenden, unter Angabe des Ports: 44.55.66.77:8080 landet dann bei Eurer Fritzbox. Und die Portweiterleitung auf der Fritzbox schickt diese Anfrage eben an das NAS.

Auf diese Weise könnt Ihr Hunderte unterschiedlicher Dienste auf unterschiedlichen LAN-Geräten über das Internet erreichen – wir haben Dutzende Artikel, die solche Freigaben voraussetzen.

1. Neue Freigabe erstellen

Beginnt mit einer neuen Freigabe über Internet/Freigaben/Portfreigaben und klickt auf Gerät für Freigabe hinzufügen.

2. Gerät wählen

Wählt nun das gewünschte LAN-Gerät aus der Dropdown-Liste und klickt auf Neue Freigabe.

3. Freigabe anlegen

Was genau Ihr hier eingeben müsst, hängt von dem dahinter stehenden Service ab. Für den Zugriff auf die Weboberfläche eines Geräts ist das zum Beispiel häufig als Anwendung ein HTTP-Server auf Port 8080. Hier im Beispiel seht Ihr eine Weiterleitung auf Port 80 über den externen Port 9002. Das heißt: Ihr gebt example.com:9002 ein, weitergeleitet wird von der Fritzbox auf 192.168.178.111:80. Bestätigt mit OK.

4. Freigabe speichern

Die Freigabe für das Gerät seht Ihr nun unten aufgeführt, aber noch inaktiv – speichert über den OK-Button.

5. Freigabe aktivieren

Anschließend seht Ihr die neue Freigabe aufgelistet – und immer noch inaktiv. Speichert erneut über den Übernehmen-Button.

6. Freigabe prüfen

Nun seht Ihr endlich die finale, gespeicherte und aktive Freigabe für den HTTP-Server (hier) auf dem Gerät WikoRainbow über Port 9002.

Jetzt könnt Ihr im Browser Eure externe IP-Adresse plus Port angeben und schon seht Ihr, auf was auch immer Ihr weitergeleitet habt. Wenn Ihr Eure externe IP-Adresse nicht kennt: Schaut bei ifconfig.me vorbei oder nutzt unser kleines itsInfoIP!Tool. Da sich Eure externe IP-Adresse bisweilen ändert, zum Beispiel nach einer gewissen Zeit oder wenn Ihr die Fritzbox neu startet, bietet sich für die Praxis noch ein DDNS-Dienst an: Dynamic DNS sorgt dafür, dass Ihr Euren Rechner auch bei wechselnder IP-Adresse immer über denselben Namen erreichen könnt, also zum Beispiel mein-server.mein-ddns-anbieter.com:9004.